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Fairtrade-Gold versus Recycling-Gold
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Worin unterscheiden sich recyceltes Gold, Fairtrade-Gold und Fairmined-Gold?
Unterstütze ich beim Trauring- oder Schmuck-Einkauf die Circular Economy oder lieber Menschen in Entwicklungsländern? Was genau sind die Unterschiede zwischen Recycling-Gold und zertifiziertem Fairtrade-Gold oder Fairmined-Gold?
Um diese Fragen zu klären, schauen wir uns zunächst einmal genauer an, was Recycling-Gold eigentlich bedeutet:
Da Gold ein so seltener und wertvoller Rohstoff ist und sich leicht einschmelzen lässt, wird es seit Jahrhunderten immer wieder recycelt. Das bedeutet heutzutage, dass alte Schmuckstücke, Zahngold, Industrieabfälle, Produktionsreste sowie Elektrogeräte und Akkus, in denen Gold verarbeitet ist, dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden. Das enthaltene Gold wird extrahiert und zu neuem Rohmaterial verarbeitet.
Die Scheideanstalten in Deutschland (das sind die Betriebe, die Edelmetall recyceln) achten darauf, dass sie kein neu abgebautes Gold ankaufen. Allerdings finden konventionelle Minenbetreiber immer wieder Mittel und Wege, ihr Gold über Umwege in den deutschen oder europäischen Goldkreislauf einzubringen. Das bedeutet also, dass auch im Recycling-Gold immer wieder Anteile aus neuem, konventionell gewonnenem Gold landen.
Viele große Unternehmen aus der Schmuckbranche, Scheideanstalten, Zulieferer wie auch Schmuckhersteller, haben sich im Responsible Jewellery Council zusammen geschlossen. Sie werben damit, dass sie nachhaltig handeln. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da es sich nicht um eine unabhängige Zertifizierung handelt und nur eine Art Handlungsversprechen ist.
Die weltweite Nachfrage nach Gold ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Das liegt daran, dass Feingold in vielen Elektrogeräten verbaut wird (zum Beispiel in Smartphones und Tablets). Recycling-Gold kann den weltweiten Bedarf aktuell nur zu etwa 25 - 30 % abdecken. Deshalb wird konventioneller Goldabbau weiter in großem Umfang betrieben.
Was genau bedeutet konventioneller beziehungsweise industrieller Goldabbau?
Aktuell werden ca. 80 % des neu gewonnenen Goldes im industriellen Bergbau gefördert und ca. 20 % im Kleinbergbau.
Der industrielle Bergbau, von multinationalen Unternehmen betrieben, findet mit sehr hohem Technikeinsatz statt. In den meisten Regionen geht das zum Beispiel mit folgenden Problemen einher:
- gesundheitliche Risiken für indigene/lokale Gemeinschaften und Mitarbeiter vor Ort
- Kinderarbeit
- Zerstörung von Ökosystemen durch Belastung mit giftigen Chemikalien (Quecksilber und Cyanide)
- Abholzung von (Ur-)Wäldern
- Vertreibung von lokaler und indigener Bevölkerung
Im industriellen Bergbau arbeiten vergleichsweise wenige Menschen. Die Gewinne fließen an die Unternehmen ab und die Bergbauregionen gehen leer aus.
Im Kleinbergbau sind weltweit zur Zeit etwa 150 Millionen Menschen beschäftigt. Das Gold wird unter Tage zumeist unter körperlich gefährlichen Arbeitsbedingungen abgebaut. Vielerorts gibt es nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialer Absicherung. Die Bergbaugemeinschaften sind wirtschaftlich stark abhängig von schwankenden Goldpreisen.
Was bedeutet eigentlich genau Fairtrade-Gold und Fairmined-Gold?
Fairtrade-Gold und Fairmined-Gold wird vor allem in Südamerika im verantwortungsvollen Kleinbergbau gewonnen und wird von unabhängigen Organisationen zertifiziert.
Verantwortungsvoller Kleinbergbau bedeutet, dass das Gold ohne große, industrielle Bergbaumaschinen gewonnen wird. Das Gelände wird nach der Stilllegung wieder renaturiert. Es gibt hohe soziale und ökologische Standards.
Die Zertifizierungen stellen hohe Anforderungen, die die Lebensqualität der MinenarbeiterInnen deutlich verbessern und die Umwelt schützen:
- sichere Schutzkleidung
- Bau von Aufenthaltsräumen, Unterkünften und sozialen Einrichtungen wie z. B. Schulen
- medizinische Infrastruktur
- Gleichberechtigung von Frauen und Männern
- keine ausbeuterische Kinderarbeit
- Verbesserung der allgemeinen Infrastruktur durch neue Straßen und Stromversorgung
- abgesicherter Einsatz von Chemikalien
- Renaturierung
- Gewässerschutz
Die Standards für die Fairmined-Zertifizierung sind in manchen Punkten etwas strenger als für die Fairtrade-Zertifizierung. Beispielsweise dürfen in Fairtrade-Minen Jugendliche unter 15 Jahren unter bestimmten Bedingungen nach der Schule arbeiten. Bei Fairmined liegt das generelle Mindestalter bei mindestens 15 Jahren.
Fairtrade-Gold bedeutet für die Bergbau-Kooperativen eine zusätzliche Prämie von 2000 USD pro kg Gold. Der Aufpreis für Fairmined-Gold liegt sogar bei 4000 USD pro kg Gold. Ein Aufpreis, den wir übrigens 1 zu 1 an Euch weitergeben!
Für Euch als VerbraucherInnen bedeutet Fairtrade- und Fairmined-Gold eine nachvollziehbare Lieferkette mit sozialen und ökologischen Standards.
Du möchtest Dich weiter zu Fairtrade-Gold informieren? Schau doch mal in die Broschüre Gold ABER FAIR unseres Kooperationspartners Fairever.
Unser Fazit:
Das Angebot an verfügbarem Recycling-Gold geht in der großen weltweiten Nachfrage auf. Das Angebot an Fairtrade-Gold und Fairmined-Gold ermöglicht es Euch hingegen, eine bewusste Entscheidung zu treffen. Mit der Wahl von fair gehandeltem Gold könnt Ihr sicher gehen, dass Menschen in Entwicklungsländern unterstützt werden und Umweltstandards eingehalten werden.
Deswegen möchten wir Euch ermutigen, mit uns den Wandel zu wagen und Euren Schmuck aus einer fair gehandelten Goldlegierung anfertigen zu lassen.
Ab sofort geben wir Euch bei Anfragen in Gold auch als Alternative den Preis in Fairtrade-Gold mit an!
Auf einen Blick
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Alexandra Baum
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